Loslassen, was dich festhält

Solange du denkst, dass Loslassen das gleiche ist, wie etwas Los-Werden zu wollen, wirst du dabei scheitern. Du verkrampfst dich, gehst in den Widerstand, deine geistige Haltung wird hart und du befindest dich plötzlich im Kampf gegen dich selbst. Ein Kampf, der unmöglich ist, zu gewinnen. Stattdessen empfindest du womöglich Stagnation, Ohnmacht und ein Gefühl des Ausgeliefert- Seins. Dieser Irrglaube, etwas Loszulassen, in dem du es beseitigen musst, hat seinen Ursprung in unseren gesellschaftlichen Prägungen. Dadurch wurde die Wahrnehmung des Loslassens verzerrt und teilweise sogar unkenntlich gemacht.

Loslassen ist weder ein Kraftakt noch ein Akt des Willens. Es ist kein Prozess, der mit dem Kopf voran getrieben werden kann. Keine Form des Widerstands. Solange du Widerstand gegen das leistest, was du ablehnst oder zu kontrollieren versuchst, ist deine Herangehensweise ans Loslassen sehr zäh und mühsam. Wenn du etwas los werden willst und ein Problem, eine Erfahrung, eine Situation oder einen seelischen Zustand verweigerst, verweigerst du die Ganzheit des Lebens. Somit auch dich selbst. Loslassen beginnt dort, wo der Widerstand gegen das, was dich vermeintlich festhält, endet.

Um wahrhaftiges Loslassen zu erleben, braucht es Stabilität, ein Gefühl der Sicherheit und des Genährt- und Versorgt-Seins vom Leben, damit ein Spüren dessen möglich wird, dass Loslassen keine Bedrohung darstellt.

Loslassen ist ein zutiefst passiver Prozess, der viel Weichheit und Angebundenheit ans Leben selbst beinhaltet. Den Kampf aufgeben, und damit zu sein, was das Leben uns geschenkt hat. Ob wir glauben es zu wollen oder nicht. Sobald du mit etwas sein kannst, ohne dich wehren zu müssen und dich in eine liebevolle Haltung der Annahme begibst, passiert Loslassen von selbst. Wenn du dich darauf einlässt, ganz damit bist, ohne zu wissen was am Ende dabei herauskommt öffnest du dich für die Lektion dahinter. Die einzige Chance ganz zu werden, du zu sein.

Loslassen ist Integration.

Loslassen ist Gnade, die durch die Demut geboren wird.

Loslassen ist eine Form der Vergebung, in der du dich selbst siehst.

Loslassen ist Liebe.

Körperlich betrachtet wohnt das Loslassen im Unterbrauch. Durch verschiedene Praktiken und Methoden können Erfahrungen, Emotionen, Glaubensmuster, Schocks, Traumen und Geschichten, die wir uns immer wieder selbst erzählen, verdaut, transformiert und dann abgegeben werden können. Durch das Erlernen bestimmter Techniken und Herangehensweisen wird Loslassen plötzlich einfach, leicht und mühelos. Ein Neuwerden und Ganzwerden. Aus Liebe zu dir selbst und zum Leben.