Die Zügel deines Geistes führen

Die Zügel des Geistes zu führen ist ein Paradox, denn du weißt aus Erfahrung, dass die ca. 60.000 Gedanken, die dir täglich durch den Kopf gehen, für dich weder steuerbar noch kontrollierbar sind. Immer präsent und in einer sich wiederholenden Endlosschleife. Immer das gleiche, maximal nur neu verpackt. Wie sehr du dann auch versuchst, sie zur Seite zu schieben oder dich abzulenken, haben sie dich dennoch fest im Griff.

Gerade dann, wenn du versuchst, bewusst zu denken, beginnen sich gegensätzliche Gedanken einzuschalten, funken dir dazwischen und drohen dich zu übermannen. Du findest dich in einer Diskussion mit dir bzw. gegen dich selbst wieder. Oft bis zur völligen Verwirrung und hin zur inneren Zerrissenheit. Besonders kritisch wird es dann, wenn du dich in eine gedankliche und gefühlsmäßige Abwärtsspirale hinein bewegst, du dich deinem Innenleben völlig ausgeliefert fühlst. Eine innere Ohnmacht einhergehend mit möglicher Handlungsunfähigkeit beschleicht dich.

Die ganzen Geschichten, die du dir tagtäglich erzählst, haben ihren Ursprung in deinen unbewussten Prägungen, nicht verdauten Erfahrungen, Traumen, vergangenen Schockzuständen, verdrängten Emotionen oder erlebten Verletzungen. Sie sind genau dort in deinem Körper angesiedelt, wo du oft keinen Zugang findest und manchmal auch gar keinen finden möchtest. In der Region am unteren Ende deiner Wirbelsäule. Denn dort ist es ungemütlich, dunkel und alles andere als einladend, wenn du es auf den ersten Blick betrachtest.

Doch genau dort beginnt dein Weg zur Freiheit, zur Eigenermächtigung. Du nimmst die Zügel wieder auf.

Gedanken sind niemals die Wahrheit. Sie sind dein Werkzeug.

Wenn du beginnst, mit all dem in dir zu praktizieren, gegen das du dich am meisten wehrst, bekommen deine Gedanken eine andere Qualität. Etwas entwickelt sich in dir, gespeist aus deiner Essenz, das dir völlig unbekannt ist und doch so vertraut. Umso weniger du dich mit deinen Gedanken identifizierst und stattdessen die ihnen zugrundeliegenden Schichten zu betrachten beginnst, wird die Notwendigkeit, Gedanken beherrschen zu müssen, immer mehr schwinden.

Dein innerer Kampf wird weniger. Die Geschichten werden liebevoller. Deine Fähigkeit, deine Gedanken als Instrumente zur Erschaffung deiner Realität zu nutzen, wird wachsen. Und du verankerst dich immer mehr in deiner Essenz, da du dein Denken nicht mehr so persönlich nehmen musst.