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18.08.2020

Klarheit in dir

Kehre um, vom Außen ins Innen.

Begib dich an den Ort in dir, der dir Klarheit offenbart.

Ohne Schleier. Ohne Verzerrung. Ohne Vernebelung.

Mach dir diesen Raum zu eigen, und siedle dich dort an. Stück für Stück, jeden Tag ein bisschen mehr von dir zurück ins Innen bringen. Sammle dich ein, ständig wiederholend.

Es ist völlig egal wenn du fällst, denn das darfst du.

Steh einfach wieder auf. So, wie du es schon viele Male getan hast. Lass es dir völlig gleichgültig sein, was andere über dein „Scheitern“ zu sagen haben, denn das Einzige, was für dich von Bedeutung ist, ist die Botschaft deines Fallens nur für dich. Höre ihr genau zu, und dann gib dich ihr hin. Mit allem was du bist. Wachse daran und lerne aus ihr.

Dann geschieht ein Abwerfen von all dem, was dich in engen und erdrückenden geistigen Gefilden festhalten konnte. Von all dem was dich schwächt, nicht mehr nährt und dich dazu anhält, dich nicht vorwärts zu bewegen.

Weniger Verteidigung. Weniger Rechtfertigung. Weniger Verstecken. Weniger Verheddern.

Erstürme dir diesen Raum in dir mit der Wucht deiner Präsenz und lasse geschehen.

Mehr gilt es nicht zu tun.

31.07.2020

Dharma – zu leben um des Lebens selbst Willen

Dharma kann in kein Korsett gepresst werden, kann nicht verstandesmäßig erfüllt werden, kann nicht idealisiert werden und vor allem ist Dharma kein Wunschkonzert.

Es wurde uns mitgegeben.

Dharma zu erfüllen ist keine Gleichsetzung mit dem, was sich unser Verstand darunter vorstellt, wie unser Dharma auszusehen hätte. Unser Kopf kann es sich nicht zurecht basteln, denn dann wird es fahl und flau und verliert seine Spürbarkeit. Eine Idealvorstellung von dem, wie unser Dharma zu sein hätte, veranlasst uns dazu, in den Widerstand zu gehen, denn oft beinhaltet es Einzelheiten, die wir gerne ausradieren würden.

Doch genau dann liegt es an uns, nicht davon zu laufen, in Rationalisierungen zu verfallen und stattdessen mit der Ganzheit unseres Dharmas in Verbindung zu treten. Es ist eine ständige Herausforderung uns dem Potential immer wieder zu verpflichten, das durch uns seine Entfaltung sucht.

Ein klares Ja, auch wenn wir Angst davor haben. Ein klares Ja, unseren Weg zu gehen, egal was dabei heraus kommen mag und wohin er uns führt.

Und wir dürfen uns zugestehen, dass es manchmal verdammt schwer sein kann, denn es fordert uns ununterbrochen. Dharma berührt diese Facetten in uns, die noch in der Dunkelheit liegen, in unserer Unbewusstheit. Es ist an uns, zu erkennen, wann diese Unbewusstheiten uns steuern und wir umkehren dürfen, damit ihr Griff sich löst. Liebevoll im Hier und Jetzt zu bleiben, anstatt uns unserem inneren Widerstand hinzugeben und Ablenkungstaktiken zu praktizieren. Dem langsamen und stetig verlaufenden Prozess der Bewusstwerdung Raum geben. Dann sind wir konsequent auf unserem dharmischen Weg.

Durch uns kann sich eine Freude verkörpern, da wir dann genau das tun, was uns ein Gefühl der Sinnhaftigkeit verleiht. Der Wirkungsradius unserer Taten wird weiter, Anhaftungen verlieren ihre zähe Konsistenz und die Verbindung zu diesem Netzwerk an Intelligenz, das jede Sekunde unser Universum neu webt, wird für uns erfahrbar.

Für mich ist Dharma unser innerer Ruf, wie wir leben „müssen“ damit wir glücklich sind.

Es ist ein Akt, der uns aus der Opferhaltung, der Suche nach der Verantwortlichkeit im Außen für unser Leben und jegliche Rollenbilder, die wir von uns selbst und dem Leben haben, heraus treten lässt.

Dharma lässt sich nicht beschränken, nicht auf unseren Beruf und nicht auf die Vorstellungen, die wir haben, wie es zu sein hätte. Unser Verstand ist nicht das Medium, das unser Dharma greifen kann, so sehr wir es auch versuchen mögen. Es kann nicht begriffen werden.

Dharma kennt kein richtig oder falsch, keine Aufspaltung des Lebens in gut und schlecht.

Es kann nur erlebt werden, mit jeder Zelle unseres Körpers. Wenn wir auf unserem dharmischen Weg sind, dann wissen wir es, mit unserem ganzen Sein. In jedem Moment. Und wir kommen nicht über unser Denken in unser Dharma. Dies kann nur durch die Bewusstmachung dessen geschehen, dass es etwas gibt, das alles im Leben organisiert und orchestriert. Etwas, das in jeder Nuance des Lebens regiert. Und uns dann diesem Wunder ganz hinzugeben, immer und immer wieder.